Schlaraffia Athenae Gottingenses


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Berichte

Regismontana

Mit Dank an d.h.R. Brunsviga!

aus den Erinnerungen des Rt. Mundi
einstens Sasse der Regismontana (a.U. 47-65) - dann Sasse der Brunsviga (a.U. 90-97)

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Die Regismontana (46) hatte a.U. 62 ihre Tochter Libavia (171) zu einem Treffen im Badeort Schwarzort, schlaraffisch „niger locus“ genannt, auf der Kurischen Nehrung eingeladen.

Die beiden Dampfer begegneten sich auf der Mitte des Kurischen Haffs.
Nach gegenseitiger Begrüßung durch Böllerschüsse und Fanfarenblasen dampfte man gemeinsam nach „niger locus“ zur Kaffeetafel.

Am Abend hatte die Regismontana die Libavia zu einer Mondscheinfahrt aufs Haff eingeladen.
Als die Gäste an Bord kamen, fanden sie zwar eine prachtvoll gedeckte, mit Blumen geschmückte Tafel auf dem hinteren Teil des Dampfers vor, aber nichts Eßbares noch Trinkbares war auf dieser Tafel zu sehen.
Doch an dem Sonnensegel, das über den ganzen hinteren Teil des Schiffes gezogen war, hingen an dünnen Fäden gebratene Hühnerbeine, Enten und Gänseschinken, Wurst-, Schinken und Käsescheiben, daneben gestrichene Brote und Brötchen, Fruchte, Pastetenstücke aller Art usw. herab, so daß sich jeder mit seinem Tischmesser das abschneiden konnte, worauf er gerade Appetit hatte.

Woher aber Labung nehmen?

Der Ceremonienmeister Petitbouche stürzte sich mit einem Gebet Uhu zu Füßen, der auf einem schönen Altar in der Mitte des Schiffes Platz genommen hatte und siehe - plötzlich ergoß sich aus dem Schnabel Uhus ein Strahl köstlichen Quells.

Aber nicht genug damit.
Rings um die ganze Bordwand war ein Bleirohr gelegt, an dem sich in geringen Abständen Krähne befanden, aus denen sich jeder selbst, ohne aufzustehen, seinen Humpen füllen konnte.

Unser immer erfinderische Ritter Mundi, der Kilowatierte (profan Oberingenieur Raimund Hudetz, Direktor der AEG) hatte diese Zauberei geschaffen.

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Vor etwa 40 Jahrungen machte die Regismontana einen Frühlingsausflug mit dem Schleppdampfer der Königsberger Zellstoffabrik, von der unser Schatzmeister Couerbub (Fritz Schoop) Direktor war.

Als die Sassen am Morgen den Dampfer betraten, sahen sie ein prachtvolles kaltes Büfett stehen, an das aber der Zutritt durch ein dickes Seil abgesperrt war.
Davor stand eine Personenwaage.

Um 11 Uhr bliesen die mitgenommenen Fanfarenbläser, die so lange konzertiert hatten, zum Frühstück.
Jeder wurde zunächst gewogen und erhielt einen Wiegeschein, ehe er das Verdeck betreten und sich an dem kalten Bufett nach Belieben gütlich tun konnte.

Nach beendetem Mahl mußte jeder erneut die Waage besteigen.
Für jedes Pfund, das er zugenommen hatte, war ein Rosenobel (Mark 3,-) als Festbeitrag zu entrichten.

Beim Hinwiegen hatte man jeden, je nach seiner finanziellen Leistungsfähigkeit, um einige Pfund dadurch erleichtert oder beschwert, daß man ein entsprechendes Gegengewicht unbemerkt auf die Waage gestellt hatte. Beim Zurückwiegen wurde sein richtiges Gewicht konstatiert, so daß es keine Möglichkeit der Beschwerde gab.

Der Ritter Pfifferling (Kapellmeister Pilz), der als dritter Kapellmeister und Korrepetitor
nur ein sehr geringes Einkommen hatte und ein karges Leben führte, hatte 2 Pfund abgenommen und bekam zum Jubel und zur Freude der ganzen Mannschaft 2 Rosenobel ausgezahlt!

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Vor etwa 40 Jahrungen war es noch üblich, daß ein kleiner Uhu auf einer Säule vor dem Throne zu Gelöbniszwecken stand. So war es auch in der Regismontana.

Da geschah es, daß an einem Sippungsabend der immer zu lustigen Streichen aufgelegte Ritter Mundi (Raimund Hudetz, Direktor der Königsberger AEG) auf die Rostra kletterte, um
eine Fechsung von Stapel zu lassen.
Es war ein nettes Tanzliedchen, dessen Kehrreim lautete:
,,Wenn ich auf meiner Flöte blase, muß alles tanzen".
Beim letzten Vers erweiterte er den Kehrreim dazu, daß auch der Uhu selbst zu seiner Flöte
tanzen müsse. Dabei zog er eine Flöte aus der Tasche und als er darauf zu spielen begann, drehte sich der Uhu, der jahrelang fest auf seinem Thron gesessen, wie ein Rasender um sich
selbst, bis das Flötenstück beendet war.
Jahrelang hatte er stets ganz still gesessen. Es war ein großes Gaudium für die Sassen.

Der Elektro-lngenieur Mundi hatte den Uhu auf eine elektrisch angetriebene Platte gesetzt und einen unsichtbaren Leitungsdraht vom Thron bis zu der in der entferntesten Ecke
stehenden Rostra gelegt und als er zu spielen anfing den Kontakt hergestellt und beim Aufhören gelöst.
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Mundi ist heute 73 Jahre alt, Ritter der Brunsviga. Er hat, zusammen mit seinen Söhnen eine kleine Fabrik für elektrische Geräte in Gifhorn bei Hannover, Braunschweigerstr., aus eigenen Kräften erbaut.


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